"Von der Schulbank", d.h. von der damals so genannten Lehrerbildungsanstalt weg, hatte sich mein Vater 1917 als Kriegsfreiwilliger bei der bayerischen Armee gemeldet. Er war damals 19 Jahre alt und stand kurz vor dem Abschluß.
Das von der bayer. Armee offiziell jedem Soldaten ausgegebene "Kriegstagebuch" wurde von ihm fast zur Gänze mit Aufzeichnungen, Lageskizzen, Ansichten gefüllt. Es lagen auch einige Postkarten darin, ebenso Zeitungsausschnitte. Die Postkarten (hier weggelassen) habe ich, so gut ich konnte, wie das Tagebuch, 2007 für meine Geschwister und Kinder, die die Schrift nicht mehr lesen können, transkribiert und gelegentlich mit Anmerkungen (in Courier eingefügt) versehen. Einige (private) Hefte mit Aufzeichnungen verschiedensten Inhalts eher literarischen Charakters führte mein Vater während dieser Zeit ebenfalls; erhalten blieb nur eines mit dem Titel "Form und Fülle", das ich ebenfalls zur Verfügung stellen werde. Darin sind tastende literarische Versuche festgehalten, in denen sichtbar werden mag, wie ein junger Mensch Erlebnisse zu bewältigen versuchte, die ihn an die Grenze der Überforderung geführt haben.
(Ähnliches beobachte ich an seinen Aufzeichnungen vom Polenfeldzug 1939, die er allerdings abbrach, als ihm Unbewältigbares begegnete.) im März 1945 ist mein Vater in Ungarn gefallen. Ich habe ihn nicht kennenlernen dürfen.
- Partly very detailed diary, including scetches of the landscape, self-written poems and short-stories, and some self-composed pieces of music.